Risikoarme Hilfe bei Aortenklappenstenose: Neue Behandlungsmöglichkeit am AKH

11. April 2019

Hagen, 11. April 2019– Die sogenannte Aortenklappenstenose, die Verkalkung der Herzklappen, ist eine der häufigsten erworbenen Herzerkrankungen insbesondere älterer Menschen. Betroffene leiden an Luftnot sowie Engegefühl in der Brust, zudem kann die Erkrankung unbehandelt lebensbedrohlich sein. Da hilft der Einsatz einer künstlichen Klappe. Allerdings geht dies i.d.R. mit einer großen Operation einher, die gerade für ältere Patienten mit zum Teil auch schwerwiegenden Begleiterkrankungen eine große Belastung sein kann. Hier bietet nun die Klinik für Kardiologie am AGAPLESION ALLGEMEINEN KRANKHAUS HAGEN eine Behandlungsmethode an, mit der durch einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung ebenfalls die Klappe ersetzt werden kann. Durch die deutlich geringere OP-Belastung mit „TAVI“ erholen sich die Patienten schneller von einem solchen Eingriff und ihre Lebenssituation verbessert sich schnell und entscheidend.

T (wie transcatheter) A (wie aortic) V (wie valve) I (wie implantation) heißt das Therapieverfahren der kathetergestützen Aortenklappenimplantation, welches Prof. Dr. med. Peter Weismüller und sein Team nun in Kooperation mit der Herzchirurgie und Kardiologie am Herzzentrum des Helios Klinikums Wuppertal durchführen. So sehen es die Statuten des reglementierenden Gemeinsamen Bundesaussschusses vor. Dabei muss für den Klappenersatz nicht mehr der Brustkorb geöffnet werden, denn der Ersatz der defekten Herzklappe erfolgt bei TAVI durch einen minimalinvasiven Eingriff über die bekannte Stent-Technik und einen winzigen Schnitt in der Leiste. Dabei wird die neue Klappe über die großen Gefäße zu der zuvor geweiteten Herzklappe geschoben und dort eingesetzt. „Dieses Verfahren ist komplikationsarm, auch, weil es sich einer etablierten Technik bedient, die wir seit Jahren aus dem Herzkatheterlabor gut kennen“, erläutert Prof. Weismüller das Verfahren. TAVI wird deutschlandweit seit rund 15 Jahren angewandt, „ursprünglich aber ausschließlich bei sehr alten, kranken und wie nicht mit den konventionellen OP-Techniken behandelbaren Patienten, weil es so schonend ist“, erklärt der Herzexperte weiter. Heute steht das Verfahren einem deutlich erweiterten Patientenkreis zur Verfügung, sodass nun Hagener Patienten von der Methode profitieren und gleichzeitig durch ihre bekannten Spezialisten behandelt werden können. Allerdings: Da sich das Verfahren der Aortenklappenimplantation mit TAVI immer noch in einer - wenn auch rasanten - Entwicklung befindet und Langzeit-Daten mit TAVI noch nicht vorliegen, wird dieses Verfahren bei jüngeren Patienten bisher nicht angewandt.

Vor dem Eingriff sind einige Voruntersuchungen notwendig. So schauen die Hagener Experten ihren Patienten zunächst tief ins Herz, um festzustellen, ob zugleich noch andere Erkrankungen wie beispielsweise Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße vorliegen. Auch wird das Patientenherz am AKH mittels einer computertomografischen Untersuchung genau vermessen, „damit wir jedem Patienten die individuell passende Klappe einsetzen können“, betont Weismüller weiter. Der eigentliche Klappenersatz wird dann im Wuppertaler Herzzentrum durchgeführt. „Die Behandlung erfolgt zwar an zwei Standorten, aber aus einem Guss“, erklärt der Herzexperte das Behandlungskonzept. Denn dort implantieren die Hagener Fachärzte Dr. med. Rainer Wennemann und Marek Rogowski, beide Oberärzte der Klinik für Kardiologie am AKH, die neuen Herzklappen gemeinsam mit den Kollegen aus Wuppertal. Nach wenigen Tagen können die Patienten bereits das Krankenhaus verlassen. Die Nachsorge erfolgt in der Regel über den niedergelassenen Kardiologen. „Dadurch können wir unsere Patienten in Hagen nicht nur zeitnah behandeln, sondern ihnen auch die Betreuung durch ihre vertrauten Ärzte gepaart mit einem deutlich reduzierten Eingriffsrisiko und einer kürzeren Rekonvaleszenzzeit bieten“, fasst Prof. Weismüller die Vorteile zusammen.


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Das AGAPLESION ALLGEMEINES KRANKENHAUS HAGEN ist mit 566 Betten das größte Krankenhaus an einem Standort in Hagen und bietet seinen Patienten mit 20 Fachabteilungen und Schwerpunkten sowie diversen Kompetenzzentren die größte Disziplinenvielfalt unter einem Dach. Diese Größe und Leistungsfähigkeit setzen unsere Mitarbeiter Tag für Tag in eine dem Patienten zugewandte Fürsorge und Menschlichkeit um. Im Rahmen des Versorgungsauftrages werden bei uns jährlich rund 22.000 Patienten stationär behandelt. Das AGAPLESION ALLGEMEINES KRANKENHAUS HAGEN ist als akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum anerkannt. Mit unserer Berufsfachschule bieten wir jungen Menschen darüber hinaus die Möglichkeit einer modernen Ausbildung im pflegerischen Bereich.

Die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2002 in Frankfurt am Main von christlichen Unternehmen gegründet, um vorwiegend christliche Gesundheitseinrichtungen in einer anspruchsvollen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation zu stärken.

Zu AGAPLESION gehören bundesweit mehr als 100 Einrichtungen, darunter 23 Krankenhausstandorte mit über 6.300 Betten, 35 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit über 3.000 Pflegeplätzen und zusätzlich 800 Betreuten Wohnungen, vier Hospize, 34 Medizinische Versorgungszentren, 15 Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie. Darüber hinaus bildet AGAPLESION an 19 Standorten im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege aus. Mehr als 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für eine patientenorientierte Medizin und Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Pro Jahr werden über eine Million Patienten versorgt. Die Umsatzerlöse aller Einrichtungen inklusive der Beteiligungen betragen über 1,2 Milliarden Euro.

Die alleinigen Aktionäre der AGAPLESION gAG sind verschiedene traditionsreiche Diakoniewerke und Kirchen. Auch durch diese Aktionäre ist die AGAPLESION gAG fest in der Diakonie verwurzelt und setzt das Wohl ihrer Patienten, Bewohner und Mitarbeitenden als Maßstab für ihr Handeln.

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Teamfotos des TAVI-Teams am AKH

Freuen sich über eine gelungene Zusammenarbeit zum Wohle der Hagener Patienten: Prof. Dr. med. Peter Weismüller, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am AKH (mi.) gemeinsam den Oberärzten Marek Rogowski (2. V. li.) und Dr. med. Rainer Wennemann (2. V. re.) sowie Prof. Dr. med. Melchior Seyfarth, Direktor der Kardiologie am Herzzentrum Wuppertal (li.) und Prof. Dr. med. Farhad Bakhtiary, Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Wuppertal (re.).