Frühkarzinome schonend entfernen – Neue Behandlungsmöglichkeit implementiert

24. April 2018

Hagen, 24. April 2018 – Der Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern. Rund 65.000 Menschen erkranken bundesweit pro Jahr daran. „Die Möglichkeiten der Behandlung sowie die Heilungschancen hängen dabei auch von der Art der Tumore sowie dem Zeitpunkt der Entdeckung ab“, erläutert Dr. med. Holger Beier, leitender Oberarzt der Gastroenterologie und Intensivmedizin /Innere Medizin am AGAPLESION ALLGEMEINEN KRANKENHAUS HAGEN. Immerhin werden seriösen Schätzungen zufolge bei jeder 5. Darmspiegelung verdächtige Areale gefunden. Patienten, die an einem Frühkarzinom erkrankt sind – jener Zwischenstufe zwischen Polypen, die bei einer Darmspiegelung abgetragen werden können, und Tumoren, die bereits operativ entfernt werden müssen -, kann Dr. Beier gemeinsam mit seinem Team nun mit einer neuen, schonenden endoskopischen Therapie, der sogenannten Vollwandresektion, helfen. „Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind sehr gut und die Patienten schnell wieder fit“, resümiert der Gastroenterologe und Endoskopie-Spezialist nach den ersten Behandlungserfolgen.

Zum Beispiel bei Patienten wie Karl Biederbick. Im vergangenen Jahr schickte ihn sein Hausarzt aufgrund von Beschwerden zu einer Darmspiegelung ins AKH. Und leider wurde das Team um Dr. Beier und Oberärztin Dr.med. Maram Abdulgader fündig. Neben mehreren großen Polypen fanden die Experten bei dem 83-Jährigen mit einem sogenannten Adenom eine Geschwulst, „welches mit großer Wahrscheinlichkeit bösartig geworden wäre“, ist sich Dr. Beier sicher. Eine menschliche Darmwand besteht, vereinfacht dargestellt, aus fünf übereinanderliegenden Schichten. Bislang war es den Fachärzten zwar möglich, die meist im Rahmen einer Darmspiegelung entdeckten größeren Polypen, mithilfe einer Schlinge zu umfassen und abzutragen. Doch diese Methode ist nur geeignet, wenn die Polypen lediglich die oberflächlicheren Schichten betreffen. Alle tiefer in der Darmwand verankerten Wucherungen wie das Adenom von Karl Biederbick mussten in einer Bauch-Operation in Vollnarkose und mit den daraus resultierenden längeren Genesungszeiten entfernt werden. „Gerade bei älteren Patienten mit weiteren Vorerkrankungen bedeutet dies schon ein Risiko, dass wir gerne minimieren möchten“, erklärt Dr. Beier weiter.

 

So aber konnten die Ärzte mit dem neuen Verfahren der Vollwandresektion mithilfe eines speziellen Untersuchungsgerätes die befallene Darmwand komplett entfernen und zeitgleich wieder verschließen. Dabei markieren die Experten zunächst den auffälligen Bereich, ziehen diesen mit einer „Grasper“ genannten Zange in eine Kappe und trennen ihn anschließend mit einer Metallschlinge ab. „Diese Untersuchung bedarf eines hohen Maßes an Abstimmung zwischen der Endoskopieassistenz und mir als behandelndem Arzt. Deswegen haben wir uns im Vorfeld aufwendig weitergebildet und zertifiziert“, betont Dr. Beier zu den Vorbereitungen des Angebots. Der Eingriff selbst dauert etwa 45 Minuten und wird in leichter Narkose durchgeführt. So kann auf eine Vollnarkose verzichtet werden. „ Zudem vermeiden wir durch den endoskopischen Zugang einen Bauchschnitt, was den Heilungsprozess deutlich erleichtert“, erklärt Dr. Beier weiter. Dadurch ist die Methode sehr schonend und kann auch bei Patienten angewendet werden, die Vorerkrankungen haben oder bei denen ein erhöhtes Narkoserisiko besteht.

Karl Biederbick ist froh, sich für diese neue Methode entschieden zu haben: „Ich hatte keine Schmerzen, keinerlei Probleme und habe mich wirklich gut gefühlt“, erzählt er über den Eingriff im letzten Herbst. Bereits nach zwei Tagen konnten der Breckerfelder das Krankenhaus wieder verlassen und seitdem geht es ihm gut; mehr noch: Er gilt als geheilt. Auch eine weitere Behandlung ist normalerweise nicht notwendig; „die Patienten wie Herr Biederbick stellen sich lediglich leitliniengemäß im Rahmen der Krebsnachsorge ihrem behandelnden Arzt vor“, so Dr. Beier weiter. Karl Biederbick muss nun erst nach drei Monaten wieder einen Arzt aufsuchen und freut sich, dass er nun wieder das Leben genießen kann.


Weitere Informationen:
Die Endoskopische Abteilung der Klinik für Innere Medizin unter der Leitung von PD. Dr Markgraf behandelt insgesamt rund 5000 Patienten im Jahr und ist zusammen mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am AKH sowie der Gastroenterologischen Schwerpunktpraxis Dr. Treml zentraler Bestandteil des zertifizierten Darmkrebszentrums am Standort an der Grünstraße.

Bei Fragen und Terminwünschen wenden sich Interessenten bitte an:
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Weitere Informationen über das AGAPLESION ALLGEMEINE KRANKENHAUS HAGEN finden Sie im Internet unter: www.akh-hagen.de

 

Das AGAPLESION ALLGEMEINES KRANKENHAUS HAGEN ist mit 566 Betten das größte Krankenhaus an einem Standort in Hagen und bietet seinen Patienten mit 20 Fachabteilungen und Schwerpunkten sowie diversen Kompetenzzentren die größte Disziplinenvielfalt unter einem Dach. Diese Größe und Leistungsfähigkeit setzen unsere Mitarbeiter Tag für Tag in eine dem Patienten zugewandte Fürsorge und Menschlichkeit um. Zurzeit beschäftigen wir etwa 1.100 Mitarbeiter und zählen damit auch unter den Arbeitgebern zu den größten im Raum Hagen. Im Rahmen des Versorgungsauftrages werden bei uns jährlich rund 20.000 Patienten stationär behandelt. Das AGAPLESION ALLGEMEINES KRANKENHAUS HAGEN ist als akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum anerkannt. Mit unserer Berufsfachschule bieten wir jungen Menschen darüber hinaus die Möglichkeit einer modernen Ausbildung im pflegerischen Bereich.

Die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2002 in Frankfurt am Main von christlichen Unternehmen gegründet, um vorwiegend christliche Gesundheitseinrichtungen in einer anspruchsvollen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation zu stärken. Zu AGAPLESION gehören bundesweit mehr als 100 Einrichtungen, darunter 24 Krankenhausstandorte mit rund 6.200 Betten, 35 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit über 3.000 Pflegeplätzen und zusätzlich 800 Betreuten Wohnungen, vier Hospize, 31 Medizinische Versorgungszentren, 15 Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie. Darüber hinaus bildet AGAPLESION an 19 Standorten im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege aus. Mehr als 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für eine patientenorientierte Medizin und Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Pro Jahr werden über eine Million Patienten versorgt. Die Umsatzerlöse aller Einrichtungen inklusive der Beteiligungen betragen über eine Milliarde Euro.

 

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"Karl Biederbick (mi.) wusste sich hier in guten Händen - und Susanne Küther, pfleg. Leitung der Endoskopie am AKH, Oberärztin Dr.med. Maram Abdulgader, der leitende Oberarzt der Gastroenterologie und Intensivmedizin /Innere Medizin sowie Chefarzt PD Dr. med. Rainer Markgraf (vo. li. na. re.) freuen sich, dass es ihrem Patienten so gut geht."