Fachklinik
Klinik für Kardiologie
Chefarzt
Prof. Dr. med. Peter Weismüller
Facharzt für Innere Medizin
Kardiologie | Intensivmedizin
Kontakt
Lydia Warkotsch, Sekretariat
Cornelia Klutzny, Studentensekretariat
Tel.: 02331-201-2274
Fax: 02331-201-2313
kardio(at)akh-hagen.de
Sprechstunden
nur nach telefonischer Vereinbarung
Mo bis Fr von 07.30–16.00 Uhr
Oberärzte
Thomas Cremer
Facharzt für Innere Medizin
Kardiologie | Intensivmedizin | Notfallmedizin
Dr. Henning Rust
Facharzt für Innere Medizin
Kardiologie
Wegweiser
Die Kardiologie finden Sie im Haus 1 in Ebene 3.
Zum Lageplan
Klinik für Kardiologie - Klinikseite

- Moderner Herzkathetermessplatz (LHKM)
Die Abteilung verfügt über zwei moderne Linksherzkathetermessplätze zur Durchführung von Herzkatheteruntersuchungen. Einer der Messplätze ist zur Diagnostik und Ablationstherapie von komplexen Herzrhythmusstörungen mit dem 3-dimensionalen Mapping-System NavX ausgerüstet. Zusätzlich verfügen wir über den PVAC—Ablationskatheter zur Pulmonalvenenisolation bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern.
Eine neue Geräteausstattung zur nichtinvasiven Herz-Diagnostik steht zur Verfügung: Transthorakale Echokardiographie, Transösophageale Echokardiographie (TEE), Doppler-Sonographie, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, 16 EKG-Telemetrieplätze auf den Stationen, Kontrolle von Herzschrittmachern, ICD und CRT-Systemen.
Die Implantationen von Schrittmachern, ICDs und CRT-Systemen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Chirurgischen Klinik des Hauses.
Leistungsspektrum:
- Links- und Rechtsherzkatheteruntersuchungen
- Koronarangioplastie (PTCA) mit: Ballon, Cutting ballon, medikamentenbeschichtetem Ballon
- Implantation von bare-metal Stents und medikamentenbeschichteten Stents
- Rotablation von verkalkten Koronararterien
- Absaugung von Thromben aus Koronararterien im akuten Infarkt
- Druckdrahtmessungen („pressure wire“) in Koronararterien zur Identifizierung interventionspflichtiger Koronarstenosen
- Invasive elektrophysiologische Untersuchungen
- Dreidimensionale Darstellung von Arrhythmien
- Katheter-Ablation supraventrikulärer Tachykardien, Kammertachykardien, Vorhofflimmern
- Implantation von Herzschrittmachern
- Implantation von Defibrillatoren
- Implantation von biventrikulären CRT-Systemen zur Behandlung von herzinsuffizienten Patienten mit Linksschenkelblock
- Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG
- Transthorakale Echokardiographie
- Transösophageale Echokardiographie (TEE)
- Telemetrische EKG-Überwachung
- Betreuung von Patienten mit Herzschrittmacher/ICDs/ CRT-Systemen
- Kipptischuntersuchung zur Abklärung von Synkopen
- Bildgebung des Herzens durch Kardio-MRT (Kern-Spin)
- Kardio-CT
- Spirometrie
Schwerpunkte
Herzkatheterdiagnostik:
Untersuchung und Behandlung von Koronarstenosen: Herzkatheterdiagnostik, PTCA, Stent-Implantation (bare metal, beschichtet), Rotablation
Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 1.587 diagnostische Herzkatheteruntersuchungen in unserer Abteilung durchgeführt

- Bild: Über die in der Handgelenksarterie liegende Schleuse wird der Herzkatheter (blau) zum Herzen vorgeschoben.
Zugang zum Herzen (Radialiszugang):
Traditionell wird der Herzkatheter über eine der Femoralarterien durchgeführt. In unserer Abteilung erfolgt der routinemäßige Zugang beim Herzkatheter über die Arteria radialis am Handgelenk. Die besonderen Vorteile dieses modernen Zugangs für unsere Patienten sind die sofortige Mobilität nach dem Herzkatheter und eine sehr geringe Komplikationsrate an der Punktionsstelle. Damit verfügt das Allgemeine Krankenhaus über eine Methode, die in weitem Umkreis in dieser Häufigkeit in keiner anderen kardiologischen Abteilung angewendet wird.
Die Katheteruntersuchung und Behandlung über den Radialis-Zugang ist insgesamt mit einer deutlich niedrigeren Komplikationsrate behaftet. Vorteile des Zugangs über das Handgelenk sind insbesondere sehr viel weniger Blutungskomplikationen an der Einstichstelle. Das schmerzhafte Abdrücken der Punktionsstelle ist mit diesem Verfahren nicht notwendig. Der Patientenkomfort ist deutlich verbessert: der Patient kann sofort nach der Untersuchung aufstehen, ein Druckverband in der Leiste mit dem damit verbundenen strengen Liegen für die folgende Nacht entfällt, Rückenschmerzen durch längeres Liegen werden vermieden.

- Bild: Nach der Herzkatheteruntersuchung bleibt nur noch ein kleiner Druckverband am Handgelenk.
Miktion und Stuhlgang sind nach der Maßnahme ungehindert möglich. Die Schmerzen an der Punktionsstelle sind geringer, die Untersuchung ist insbesondere bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit der Femoralarterien oder eines Aortenaneurysmas vorteilhafter. Auch für Patienten mit Adipositas ist diese Methode wegen der erhöhten Komplikationsrate des Zugangs von der Leiste besonders geeignet. Durch Anwenden des Radialiszugangs ist der Krankenhausaufenthalt verkürzt; die Herzkatheteruntersuchung ist auch ambulant möglich. Selbst komplizierte Ballondilatationen und Stentimplantationen können mit gleichen Erfolgsraten über den transradialen Zugang erfolgen.
Der Radialis-Zugang ist technisch anspruchsvoller als der transfemorale Zugang. Allerdings lohnt sich dieser Aufwand, da die Patienten von dieser neuen Methode deutlich profitieren.
Durch die konsequente Anwendung des Radialis-Zugangs im Allgemeinen Krankenhaus seit 2004 wird diese Methode derzeit bei 91% aller unserer Patienten im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. In unserer Abteilung wurden mittlerweile mehr als 7.500 erfolgreiche Herzkatheter-Untersuchungen vom Handgelenk durchgeführt.
Ambulante Herzkatheteruntersuchung
Mobilen Patienten bieten wir die ambulante Herzkatheter-Untersuchung an. Wegen der Möglichkeit der Herzkatheteruntersuchung über das Handgelenk können die Patienten vier Stunden nach Ende der Maßnahme die Klinik verlassen. Sollte eine PTCA erforderlich werden, wird diese in den meisten Fällen sofort durchgeführt. Dann werden die Patienten zur Überwachung direkt stationär aufgenommen.
Aufdehnung von Herzkranzgefäßen (PTCA):
• Therapieverfahren zur Behandlung der Herzkranzgefäße: Ballonaufdehung; „PTCA“, Einlage von Gefäßstützen (unbeschichtete und medikamentenbeschichtete Stents)
• Akutversorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt
Im zurückliegenden Jahr wurden in der Abteilung 544 Gefäßerweiterungen (PTCA: „perkutane transluminale Coronarangioplastie“) durchgeführt.
Bilder: Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes

- Links: Koronarstenose vor PTCA (s. Pfeil)

- Rechts: Kranzgefäß nach PTCA und Stentimplantation
Die Klinik für Kardiologie nimmt an der Herzkatheterrufbereitschaft zur Notfallversorgung der Patienten aus Hagen, Iserlohn und Hemer mit akutem Herzinfarkt teil. Hierbei wird sofort nach Aufnahme in das Krankenhaus während einer Herzkatheteruntersuchung das für den Infarkt verantwortliche verschlossene Herzkranzgefäß wiedereröffnet und mit einem Stent versorgt, um das Entstehen des Herzinfarktes aufzuhalten.
Bilder: Herzkranzgefäßdarstellung im akuten Herzinfarkt

- Links: Der RIVA zur Vorderwand (links im Bild) ist erkennbar, die A. circumflexa ist direkt nach ihrem Abgang verschlossen.

- Rechts: Nach Rekanalisation der RCx stellt diese sich jetzt vollständig dar
Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen:
• Elektrophysiologische Untersuchungen zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen
• Katheterablation von supraventrikulären und ventrikulären Herzrhythmusstörungen
• Implantation von Herzschrittmachern / Defibrillatoren / biventrikulären Schrittmachersystemen
Elektrophysiologie:
Bei der elektrophysiologischen Untersuchung werden Elektroden ins Herz eingeführt. Nach Induktion von anhaltenden Arrhythmien durch Stimulation kann im Vergleich zum Anfalls-EKG oder zur klinischen Symptomatik die Diagnose gestellt werden. Bei einem Großteil der Patienten kann durch Ablation des arrhythmogenen Substrates die Arrhythmie kurativ behandelt werden (Katheter-Ablation). Vor aufwändigen und schwierigen Ablationsmaßnahmen werden dreidimensionale Bilder des Erregungsablaufs im Herzen erstellt, um den Ablationserfolg zu ermöglichen.
Ablation von Vorhofflimmern: Bei paroxysmalem Vorhofflimmern von Patienten, die im Verlauf einen spontanes Wechsel zwischen Sinusrhythmus und Vorhofflimmern zeigen, wird der PVAC-Katheter (Pulmonalvenenablationskatheter) zur Isolierung der Pulmonalvenen verwendet. Bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern erfolgt die Pulmonalvenenisolation mit Hilfe des dreidimensionalen Mapping-Systems NavX.

- Moderner elektrophysiologischer Arbeitsplatz

- Bild: Dreidimensionale Darstellung einer aus dem Koronarsinus entspringenden fokalen Tachykardie mit NavX
Andere, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen können sicher durch die Implantation eines Defibrillators kontrolliert werden. Patienten mit langsamen Herzrhythmusstörungen werden durch die Versorgung mit modernen Herzschrittmachersystemen behandelt. Das EKG rhythmusgefährdeter Patienten auf den Stationen wird telemetrisch überwacht. Patienten mit Linksschenkelblock und Herzinsuffizienz werden durch die Implantation eines 3-Kammer-Herzschrittmachers, auch in Kombination mit einem Defibrillator, behandelt (biventrikulärer Schrittmacher zur Resynchronisationstherapie – CRT).
Weitere Möglichkeiten der Abteilung
Patienten mit komplexen Funktionsstörungen des Herzens können zur genauen Abklärung in Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung des Hauses mittels Kardio-MRT (Magnetresonanztomographie) untersucht werden.
Patienten mit zusätzlichen internistischen Erkrankungen (Magen-/Darmtraktes, Nierenerkrankungen, endokrinen Störungen, Diabetes mellitus etc.) können durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin im Allgemeinen Krankenhaus optimal versorgt werden.
Ausstattung:
- Zwei moderne Linksherzkathetermessplätze
- Messplatz zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit modernem System zur Behandlung von komplexen Herzrhythmusstörungen mit der Möglichkeit zum dreidimensionalen Mapping
- Moderner Röntgen C-Bogen zur Implantation von Herzschrittmachern, Defibrillatoren und CRT-Systemen
- Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG
- Modernes Echogerät mit TEE-Sonde, Gefäßdoppler
- Arbeitsplatz zur Betreuung von Patienten mit Herzschrittmacher, implantierten Defibrillatoren und CRT-Systemen
- 16 Betten mit telemetrischer EKG-Überwachung
- Lungenfunktionsprüfung
- Kipptisch zur Abklärung von Synkopen

